Scott Bradley: Der St.-Pölten-Gig

Man sollte seinem Verleger gegenüber nicht leichtsinnig Sätze äußern wie „Wenn Du am 21. noch irgendwas auftun kannst in Sachen Scott-Bradley-Lesung, dann mach das ruhig„. Denn der macht es sonst wirklich. Und so hatte ich die Ehre, am 21. September in St. Pölten zu lesen. Nicht ganz solo, denn eine Band sollte nach mir spielen, ich wäre sozusagen die äh „Vorgruppe“.

– Ein Art transmedialer Event, Sir?
– Sozusagen. Und keine Sir’s hier, wir sind auf Tour….

St. Pölten ist kein Stadtteil von Wien, es liegt schon ein bisschen außerhalb. Sehr außerhalb. Die Hauptstadt von Niederösterreich versackte schon im Dunkel, als ich per ÖBB eintraf – gemeinsam mit dem vollständigen Video-Dokumentations-Team, bestehend aus Chris Haderer und seinen Kameras, dem an dieser Stelle nochmal für seine geduldigen Aufzeichnungen gedankt sei.

Noch dunkler als an der Oberfläche war es allerdings im Cafe-Bar-Pub „Under-Ground„, denn gleichnamige Metal-Kneipe liegt namensgebend zwei Meter unterhalb der Erde. Druckvoller, ohrenbetäubender Gitarren-Sound, schwarze und stabile Wände – kurz: hier würde niemand meine Opfer schreien hören…

Underground St. Pölten. Links Videojournalist Chris, rechts der Autor mit ‚Leselampe‘

Erneut ein Top-Gastgeber, Walter, von dem ich leider kein Bild habe.
Leider jedoch: keine Zuhörer. Null. Nada.
„Mittwoch ist immer ein Scheißtag“, sagte Walter und ich musste ihm recht geben. Selbst die Bar war fast leer, um immerhin 21 Uhr, als wir gerade von einem Nasi Goreng beim nahe gelegenen Asiaten zurück kamen.

Die Band übrigens, die hatte sich kurz vor dem Gig wieder getrennt. Sie bestand daher nur noch aus einem Musiker, der vielleicht Solos gejammt hätte – wenn er sich nicht nach 30 Minuten ohne Zuhörer aus dem Staub gemacht hätte.
Dieser Volltrottel!
Denn so um Zehn fanden sich dann doch ein gutes Dutzend Zuhörer ein.
Freiwillig?
Man weiß es nicht…
Was soll ich sagen: erneut eine Riesengaudi, zumal ich den Keller quasi für mich alleine hatte und das großartige Publikum, statt mit harten oder spitzen Gegenständen zu werfen, tatsächlich (zugegebenermaßen auf Nachfrage) eine Zugabe wünschte.
Mehr Glück kann ein Autor nicht haben…

Scott Bradley persönlich – LIVE im Underground von St. Pölten

Man beachte auf dem Bild, dass ich mich in volle Militär-Kluft geschmissen hatte – bis hin zur Schirmmütze und der „Hundemarken“-Kette, eigens angeschafft am Flohmarkt (in Südfrankreich (Fremdenlegion?! ;-)).
Danach Absacken an der Bar. Leider war ich so fertig, dass ich vergessen habe, Walters Chili-Wodka zu probieren…

Ich danke an dieser Stelle allen Zuhörern, den Evolvern und natürlich Gastgeber Walter und seiner Location „Underground„, die ich jedem nur empfehlen kann, der auf ein eher kerniges Ambiente abfährt.

Kurz: Ich käme jederzeit wieder, wenn sich die Gelegenheit ergäbe!

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